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DAW-Jubiläum: 20 Jahre Engagement für die deutsch-albanischen Wirtschaftsbeziehungen

Anlässlich des albanischen Nationalfeiertages am 28. November 2014 und der diesjährigen traditionellen Mitgliederversammlung der DAW blickte die DAW auf ein zwanzigjähriges Engagement für die Förderung und den Ausbau der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Albanien zurück. In der angenehmen und gemütlichen Atmosphäre des Weinhauses Habel begrüßte DAW-Präsident Hans-Jürgen Müller über 50 Gäste – neben Mitgliedern der DAW auch zahlreiche Partner aus Politik, Regierung, Verbänden und Unternehmen.

Als Ehrengäste konnte er Artur Kuko, Botschafter der Republik Albanien in Berlin, Gernot Erler MdB, Staatsminister a.D. und Präsident der Südosteuropa Gesellschaft, begrüßen. Weiterhin hieß DAW-Präsident Müller Helge Tolksdorf, für Albanien zuständiger Referatsleiter im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Dr. Peter Spary, Mitbegründer der DAW und Kooperationspartner Arnold Geiger von der Nehemia Stiftung als weitere Gäste willkommen. 

DAW-Präsident Hans-Jürgen Müller mit Gernot Erler MdB, Botschafter Artur Kuko und Helge Tolksdorf vom BMWi

 

DAW-Präsident Müller hob in seiner Eröffnung zwei zentrale Aspekte hervor, anhand derer die Fortschritte in Albanien sichtbar werden. Zum einen sprach er die Informationsvermittlung und Kontakt-möglichkeiten der regelmäßig stattfinden-den deutsch-albanischen Wirtschaftskonfe-renzen an. Inzwischen sei in sechs Wirtschaftskonferenzen in Albanien und Deutschland über die aktuelle wirtschaftliche Situation und politische Maßnahme informiert worden. Zum anderen zeigen die Fortschritte auch die Gründung der deutschen Industrie- und Handelsvereinigung in Albanien (DIHA), die 2009 ihre Arbeit aufgenommen habe und inzwischen rund 80 Mitglieder vorweisen könne.

In seinem Grußwort dankte Artur Kuko, Botschafter der Republik Albanien in Berlin, der DAW – namentlich insbesondere DAW-Präsident Hans-Jürgen Müller und DAW Geschäftsführer Michael Alber – für ihre Unterstützung bei der Wirtschaftskonferenz am 18. Juni 2014, dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, vertreten durch Ministerialrat Helge Tolksdorf für die hochrangige Wirtschaftskonferenz am 28. August 2014 im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie Herrn Gernot Erler für die politische Unterstützung Albaniens auf Regierungs- und Parlamentsebene.

Er sprach rückblickend an, dass die langjährige Isolation Albaniens vorbei sei und dankte Deutschland für seine langjährige Unterstützung. Diese habe auch dazu beigetragen, dass die EU Albanien den EU-Kandidatenstatus zuerkannt habe. Albanien sei aber mit Blick auf die Beitrittsverhandlungen zur Fortsetzung der Reformen gefordert. Erfreulich sei, dass es dabei auch gute Nachrichten gebe. Albanien habe sich mit Blick auf die Bewertung des Berichts „Doing Business“ um 40 Plätze verbessert. Auch sieht die albanische Regierung ein Interesse ausländischer Unternehmen an Investitionen und Handel in Albanien. Es bestünden noch große Möglichkei-ten für die Zusammenarbeit. 

In seiner prägnanten Festansprache stellte Gernot Erler, MdB und Präsident der Südosteuropa-Gesellschaft, drei Aspekte in den Mittelpunkt: den Integrationsprozess Albaniens in die Europäische Union, Albaniens Weg in die Moderne und die Beziehungen zwischen Albanien und Deutschland. Ausgehend von den Signalen des Europäischen Rates von Thessaloniki am 20. Juni 2003 für die Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawiens sowie für Albanien, d. h. einer Option für den Beitritt zur Europäischen Union, hätten die darin liegenden Perspektiven für den westlichen Balkan dazu geführt, dass am 1. Juli 2013 Kroatien als erstes Land des westlichen Balkans der EU beigetreten sei und Verhandlungen mit Montenegro laufen. Am 21. Februar 2014 seien Verhandlungen mit Serbien aufgenommen worden, 2005 bereits mit Mazedonien. Am 27. Juni 2014 habe die EU Albanien den Kandidatenstatus gewährt.

 

DAW-Präsident Hans-Jürgen Müller
mit Botschafter Artur Kuko


 

Albanien sei auch auf dem Weg der Modernisierung vorangekommen. Verglichen mit 1994 als der Transformationsprozess bereits drei Jahre in Gang war und die DAW gegründet worden sei, sei die Situation heute anders gestaltet. Albanien habe sich angestrengt. 2009 sei es NATO Mitglied geworden. Bereits 1998 habe unter dem damaligen Premierminister Fatos Nano eine Stabilisierung des Landes eingesetzt. Trotz aller bestehender politischer Differenzen zwischen den politischen Kräften bestünde Einigkeit bei der Integration in die Europäische Union. An diesem Ziel werde auch nach dem Regierungswechsel zu Premierminister Edi Rama festgehalten. An den heftigen Auseinandersetzungen habe sich aber nichts geändert: Obstruktion und Boykott wären wie in früheren Zeiten anzutreffen, wenn auch unter geänderten Vorzeichen der EU-Integration.
 

Insgesamt zog er jedoch als Fazit, dass Albanien begleitet von vielen politischen Aktivitäten einen weiten Weg gegangen sei. Zwischen Deutschland und Albanien bestünden gute Beziehungen auf Vertrauensbasis, so Erler in Würdigung der bilateralen Beziehungen. Auch wenn Albanien sicherlich andere wichtige Fürsprecher wie Italien und die USA habe, so war und ist Deutschland bei wichtigen Fragen ein verlässlicher und engagierter Partner. In Albanien wisse man, dass der heutige Stand nicht ohne die Unterstützung Deutschlands zu erreichen gewesen sei.

Wirtschaftlich zeichne sich wieder eine Aufhellung ab. So werde ein Wachstum von 2 Prozent für möglich gehalten, die Weltbank gehe sogar von 3 Prozent aus. Das Rating sei von Standard & Poor‘von B auf B+s angehoben worden und auch in der Bewertung des Geschäftsklimas habe sich Albanien deutlich steigern können.
 

Gernot Erler, MdB und Präsident der
Südosteuropa-Gesellschaft, bei seiner Festansprache

Auch würdigte Erler den Erfolg der deutschen Industrie- und Handelsvereinigung in Albanien (DIHA) als Joint Venture zwischen DIHK und DAW. Dabei hob er als positive Beispiele deutschen Engagements den internationalen Flughafen von Tirana sowie den Ausbau des Hafens in Durres aus dem Infrastrukturbereich, den Einzelhandel, den Pharmasektor und den Kfz-Handel hervor. Als aktuelles privatwirtschaftliches Leuchtturmprojekt verwies er auf den Tirana Business Park. Er führte jedoch an, dass es noch viele Erfolgschancen in Albanien gebe. Er kündigte an, dass Deutschland sich noch weiter engagieren werde, darunter gerade auch in der Unterstützung von Standards. „Wir in Deutschland wollen eine gute Entwicklung Albaniens!“, so Erler abschließend.

In der anschließenden Forumsrunde hob Dr. Peter Spary, Mitglied des DAW-Präsidiums und Gründungsmitglied, eindrücklich hervor, dass mit der Gründung der DAW eine Lücke in der Förderung der wirtschaftlichen Beziehungen mit dem westlichen Balkan im Jahr 1994 geschlossen worden sei. Damit sei eine Grundlage für Partnerschaft und bilaterale Wirtschaftszusammenarbeit gelegt worden. Zum ersten Präsident der DAW sei Walter H. Hinderer, damaliger Vizepräsident des BGA, gewählt worden, der das Amt bis 2005 engagiert und mit Überzeugung wahrgenommen habe.

DAW-Präsident Hans-Jürgen Müller moderiert das Forum mit Arnold Geiger von der Nehemia-Stiftung,
Dr. Peter Spary, DAW-Gründungsmitglied und Präsidiumsmitglied sowie Helge Tolksdorf vom BMWi

Helge Tolksdorf vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie verwies daran anknüpfend vergleichend darauf, dass bei nahezu gleicher Bevölkerungszahl heute ein Zehnfaches an Wirtschaftspotenzial bestehe. Für wirtschaftlichen Wandel sei die Infrastruktur wie Schiene, Straße, Pipelines eine wichtige Voraussetzung. Die Bundesregierung unterstütze den bilateralen Handel und Investitionen durch Hermes-Exportbürgschaften und Investitionsgarantien. Die Einkaufsinitiative, die vom Bundes­verband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) angeschoben worden sei, repräsentiere ein Einkaufsvolumen von insgesamt 1,2 Billionen Euro und habe auch die hochrangige Wirtschaftskonferenz am 28. August 2014 unterstützt. Er führte an, dass alle Regierungen des westlichen Balkans ebenfalls auf der Wirtschaftskonferenz am 25. September 2014 in Budva wieder mitgewirkt haben. Er hob hervor, dass mit diesen Konferenzen 2014 eine Kommunikation untereinander angestoßen worden sei, die die Erkenntnis stärke, dass die Staaten nur regional gewinnen könnten. Auch könnten nun wieder Projekte angeschoben werden, die durch die Finanzkrise erschwert worden seien.

Präsident Müller moderiert die Jubiläumsveranstaltung


„Albanien sei eine zwanzigjährige Erfolgsgeschichte, auch wenn es galt, große Herausforderung zu bewältigen.“ – so Arnold Geiger von der Nehemia Stiftung. Die gemeinnützige Nehemia Stiftung beispielsweise, die im Bildungssektor engagiert sei, habe inzwischen 100 Mitarbeiter in Albanien und 24 Millionen Euro vor Ort investiert – von Kindergärten bis hin zu einer kleinen

Hochschule. Auch wenn Nehemia für die Wirtschaftsbeziehungen nicht typisch sei, so verspüre Nehemia jedoch auch den Puls der Wirtschaft und leistete Unterstützung bei der Gründung kleiner Wirtschaft- und Handwerksbetriebe. Zur Frage nach der Sympathie für Albanien verwies er auf die Sendung „Planeten Wissen - Ausgerechnet Albanien.“

DAW-Präsident Müller dankte den Gästen für ihre Mitwirkung und Unterstützung, insbesondere für deren Verbundenheit und Loyalität. Er dankte besonders der Nehemia Stiftung für deren finanzielle Unterstützung der DAW-Jubiläumsveranstaltung. Er würdigte die vertrauensvolle und fruchtbare Zusammenarbeit als Grundlage für ein erfolgreiches Wirken zum Ausbau der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen und lud alle Beteiligten ein, sich im Rahmen des weiteren Dialoges einzubringen.